Energieeffizienzklassen: Ein zweiter Blick zahlt sich aus.

Was die Labels über den Stromverbrauch und die Effizienz von Elektrogeräten aussagen.

Sicher haben auch Sie schon einmal von A++ oder C gehört. Energieeffizienzklassen sind auf allen Elektrogeräten zu finden. Doch was bedeuten diese, seit wann gibt es Energieeffizienzklassen, sind sie untereinander vergleichbar und warum sind hochwertige Geräte oft auf den ersten Blick teurer? Wir haben alle relevanten Infos für Sie zusammengestellt.

Das Wichtigste zu Energieeffizienzklassen in Kürze.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Energieeffizienzklassen können sich je nach Geräteklasse unterscheiden. Kühlgeräte werden beispielsweise anders unterteilt als Fernseher. Achten Sie daher immer auch auf das “Kleingedruckte”.
  • Eine gute Effizienzklasse kann über die Lebensdauer ein Mehr im Preis wettmachen.
  • Geräte mit optimaler Energieeffizienzklasse sind in der Anschaffung spürbar teurer als vergleichbare Maschinen mit schlechteren Werten. Ob sich der höhere Preis auf Dauer lohnt, lässt sich kaum pauschal sagen. Generell gilt: Je häufiger das Gerät in Betrieb ist, desto schneller amortisiert sich der Aufpreis.
  • Generell sind die Energieeffizienzklassen etwas in die Jahre gekommen, sodass sie nicht als alleiniges Auswahlkriterium für ein Elektrogerät herangezogen werden sollten. Hier spielen auch weitere Faktoren wie Ökobilanz oder tatsächlicher Bedarf eine große Rolle.
  • Der Betrieb der Geräte sollte - der Umwelt zuliebe - auch bei sehr guter Effizienzklasse immer mit Ökostrom erfolgen.

Woher kommt das Energie-Label?

Seit über 20 Jahren werden verschiedene Produkte in Energieeffizienzklassen eingeteilt. Hier dient das amerikanische Schulnotensystem als Basis. So wurde eine Klassifizierung zwischen den Buchstaben A bis G eingeführt. Damit soll zum einen Transparenz geschaffen werden und zum anderen ein Bewusstsein, möglichst sparsame Geräte zu erwerben. Mit der technischen Weiterentwicklung wurden die Geräte immer besser, so dass innerhalb der Klasse A noch weitere Abstufungen wie A+ oder A+++ vorgenommen wurden.

Welche Energieeffizienzklassen gibt es?

In Deutschland ist laut Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV) eine entsprechende Kennzeichnung aktuell für folgende Geräteklassen vorgeschrieben:
  • Kühlschränke und Gefriergeräte (seit Juli 2012 müssen alle Neugeräte im Handel mindestens A+ erfüllen)
  • Waschmaschinen (seit Dezember 2013 müssen Neugeräte mindestens A+ erfüllen)
  • Wäschetrockner
  • Geschirrspüler
  • Elektrobacköfen
  • Dunstabzugshauben
  • Lampen
  • Raumklimageräte
  • Fernseher
  • Warmwasserbereiter und Warmwasserspeicher
  • Autos

Eine Ausweitung des Labels ist für folgende Produkte in den nächsten Jahren bereits beschlossen:

  • Wohnraumlüftungsanlagen
  • gewerbliche Kühlgeräte
  • Festbrennstoffkessel
  • Elektroheizungen

Für Staubsauger wurde die Kennzeichnungspflicht wieder aufgehoben. Seit dem 19. Januar 2019 dürfen Staubsauger in Deutschland und der EU wieder ohne Energielabel verkauft werden.

Ab Anfang 2020 sollen nach einem Beschluss des EU-Parlaments die Energieeffizienzklassen überarbeitet werden. Dies soll für mehr Klarheit beim Verbraucher sorgen.

Was bedeuten die Energieeffizienzklassen im Einzelnen?

Generell gilt: Eine hohe Energieeffizienzklasse impliziert einen sehr niedrigen Verbrauch im Vergleich zum Referenzgerät. Durch das Klassensystem werden Geräte innerhalb einer Effizienzklasse miteinander vergleichbar. So lassen sich beispielsweise zwei Kühlschränke miteinander vergleichen. Über die Klassen hinweg können Geräte nicht verglichen werden. Die Effizienz Ihres Fernsehers können Sie nicht mit der Effizienzklasse Ihres Kühlschranks ins Verhältnis setzen. Sie können damit also nur entscheiden, welchen Kühlschrank Sie beispielsweise kaufen wollen, es lässt sich aber keine Aussage darüber treffen, ob der Kühlschrank besser oder schlechter als der Fernseher ist.

Außer der Energieeffizienzklasse finden sich auf dem Energielabel weitere Informationen über das jeweilige Produkt. Neben der Angabe des jährlichen Stromverbrauchs sind meist auch Größe und Lärmbelastung ausgewiesen. Benötigt das Gerät zum Betrieb neben Strom noch weitere Energien, wie Gas oder Wasser, sind diese Verbrauchswerte ebenfalls aufgeführt.

Als Basis für die Energielabels wurde für viele Gerätetypen ein Referenzgerät aus dem Jahr 1998 bestimmt, für welches man einen Energieeffizienzindex von 100 Prozent zugrunde legt. Mit diesem Gerät werden dann alle weiteren Geräte der jeweiligen Klasse verglichen.

Zunächst werden die zu bewertenden Geräte in Größenklassen eingeteilt. Jedes Gerät, das nun bewertet werden soll, wird mit dem passenden Referenzgerät verglichen und sollte nur einen Bruchteil der Energiemenge verbrauchen. Je geringer der Energieeffizienzindex ausfällt, desto effizienter arbeitet das Gerät. Die daraus resultierenden sogenannten Energieeffizienz-Index-Bereiche werden dann in den Energieeffizienzklassen zusammengefasst.

Energieeffizienzklassen für Kühlschränke

Ein wichtiges Kriterium bei der Einteilung von Kühlschränken in Geräteklassen ist der Rauminhalt bzw. das Fassungsvermögen. Kleine Kühlschränke werden anders bewertet als sehr große Kühlschränke.

Für alle Kühlgeräte gelten innerhalb ihrer Produktklasse folgende Abstufungen:

  • Stufe A+++ Energiebedarf max. 22 Prozent des Referenzgerätes
  • Stufe A+ Energiebedarf max. 42 Prozent des Referenzgerätes
  • Stufe A Energiebedarf max. 55 Prozent des Referenzgerätes
  • Stufe C Energiebedarf max. 95 Prozent des Referenzgerätes

Energieeffizienzklassen für Lampen

Lampen werden in die Klassen A++ bis G eingestuft. Der maximale Verbrauchswert für eine Einstufung in die jeweiligen Klassen liegt hierbei folgendermaßen:

  • Klasse A++ Energiebedarf ≤ 11 Prozent des Referenzproduktes
  • Klasse A+ Energiebedarf ≤ 17 Prozent des Referenzproduktes
  • Klasse C Energiebedarf ≤ 80 Prozent des Referenzproduktes

Energieeffizienzklassen für Fernseher

Bei Fernsehern hat sich in den letzten Jahren in der Entwicklung sehr viel getan, so dass diese beinahe nicht mehr mit dem entsprechenden Referenzprodukt aus dem Jahr 1998 vergleichbar sind. Entsprechend niedrig fallen hier die Referenzwerte aus, die wie folgt klassifiziert werden:

  • Klasse A+++ Energiebedarf max. 10 Prozent des Referenzgerätes
  • Klasse A+ Energiebedarf max. 23 Prozent des Referenzgerätes
  • Klasse C Energiebedarf max. 60 Prozent des Referenzgerätes

Energieeffizienzklassen für Waschmaschinen

Waschmaschinen für den Haushalt werden in folgende Hauptklassen unterteilt:

  • Klasse A+++ Energiebedarf max. 46 Prozent des Referenzgerätes
  • Klasse A+ Energiebedarf max. 59 Prozent des Referenzgerätes
  • Klasse C Energiebedarf max. 87 Prozent des Referenzgerätes

Energieeffizienzklassen für Geschirrspüler

Bei Geschirrspülmaschinen ist der Spagat zwischen den Energieeffizienzklassen sehr groß, sodass sich hier, gerade bei mehrmaligem Betrieb in der Woche, ein Gerät der Top-Effizienzklassen in jedem Fall lohnen kann. Geschirrspüler, die im Haushalt zum Einsatz kommen sind wie folgt klassifiziert:

  • Klasse A+++ Energiebedarf max. 50 Prozent des Referenzgerätes
  • Klasse A+ Energiebedarf max. 63 Prozent des Referenzgerätes
  • Klasse C Energiebedarf max. 90 Prozent des Referenzgerätes

CO2-Effizienzklassen für Autos

Seit 2011 gilt eine Pflichtkennzeichnung über den Kraftstoff- und Energieverbrauch von Pkw’s mit einem CO2-Label. Die Effizienzklassen bei Autos werden hier im Bezug auf den CO2-Ausstoß im Vergleich zum Referenzfahrzeug unterteilt:

  • A+  ≤ -37 Prozent
  • A  -36,99 bis -28 Prozent
  • B  -27,99 bis -19 Prozent
  • C  -18,99 bis -10 Prozent
  • D  -9,99 bis -1 Prozent
  • E  -0,99 bis +8 Prozent
  • F  +8,01 bis +17 Prozent
  • G  > +17,01 Prozent
Das Wichtigste in Kürze

Dabei ist es wichtig zu beachten, dass hier nicht die absoluten Verbrauchswerte zählen, sondern die Werte in Relation zum Gewicht des Fahrzeugs. Das führt dazu, dass eine schwere Oberklasselimousine mit hohem Kraftstoffverbrauch oft eine bessere Bewertung erhält als ein sparsamer Kleinwagen. Des Weiteren werden die Anzahl der Sitzplätze und der mitreisenden Personen nicht berücksichtigt. So kann ein Sportwagen mit zwei Sitzen oft im Label besser abschneiden als ein Kleinbus, der regelmäßig acht Personen transportiert.

Das CO2-Label bei Autos hat daher nur bedingte Aussagekraft und sollte nur im Vergleich von gleichwertigen Fahrzeugen (z. B. Kleinwagen oder Mittelklasse) untereinander herangezogen werden.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, völlig emissionsfrei zu fahren? Hier finden Sie alles Wissenswerte rund um das Thema E-Roller und E-Scooter.

Wie wichtig ist die Energieeffizienzklasse und was sollte man beim Kauf eines neuen Gerätes beachten?

Auf eine sehr gute Effizienzklasse zu achten lohnt nicht nur im Geldbeutel, sondern auch der Umwelt zuliebe. Meist sind die teureren Geräte von besserer Qualität und dadurch auch langlebiger. Sie sollten also drei Faktoren beleuchten, wenn Sie sich für ein neues Gerät entscheiden: Anschaffungspreis / voraussichtliche Lebensdauer des Gerätes / Durchschnittliche Laufzeit (Stromverbrauch) bei Ihrem persönlichen Bedarf über die Lebenszeit des Gerätes.

Kauffaktoren

Um CO2 zu sparen und Ihren CO2-Fußabdruck zu verringern, sollten Sie auf einen Betrieb Ihrer Geräte mit Ökostrom achten. Damit schonen Sie nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.

Berechnen Sie hier Ihren persönlichen Tarif:

Produkt
PLZ
Geschätzter Jahresverbrauch
kWh
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Wo steht die Energieeffizienzklasse?

Das EU-Energie-Label muss sichtbar am Gerät angebracht sein. Meist findet es sich auch auf der Verpackung, in der Gebrauchsanweisung, im Handbuch oder sogar an der Auszeichnung im Regal oder in der Beschreibung in Online-Shops. Im Zweifel: Vor dem Kauf beim Fachpersonal nachfragen.

Wie sieht das Label aus?

Das regenbogenfarbene EU-Label ist gut erkennbar und gibt bereits auf den ersten Blick Aufschluss.

Neben dem Stromverbrauch informiert das Label zudem über weitere technische Details der Geräte, etwa die Lautstärke oder den Wasserverbrauch.

Label

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