EEG-Umlage einfach erklärt.

Was hat es mit der EEG-Umlage auf sich und wie wirkt sie sich auf die Strompreise aus?

Sicher haben Sie auch schon in der Presse gelesen, dass in 2020 die EEG-Umlage leicht steigen wird. Kein Grund zur Sorge, hier erfahren Sie alles, was Sie rund um die Ökostrom-Umlage wissen müssen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • EEG-Umlage steigt für 2020 moderat auf das Niveau von 2017 und liegt bei 6,756 Cent pro Kilowattstunde
  • EEG-Umlage gilt für jeden Stromverbraucher, unabhängig von der Wahl eines Ökostromtarifs
  • Mehrkosten liegen für einen 3-Personen-Haushalt bei ca. 1 Euro pro Monat

Die EEG-Umlage im Überblick 4 Bullets von oben visualisiert.

Was ist eigentlich die EEG-Umlage?

Die EEG-Umlage ist Teil des Klimapaketes der Bundesregierung. Die Umlage dient zur Förderung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Seit der Einführung im Jahr 2000, garantiert sie Produzenten von sauberem Strom aus Sonne, Wind und Wasser, feste staatliche Fördersätze für jede erzeugte Kilowattstunde. Indem sie den Betreibern der Anlagen eine Art Prämie auszahlt, soll damit der Ausbau von erneuerbaren Energien beschleunigt werden. Aktuell ist die Produktion von “grüner Energie” noch teurer, als die alteingesessenen Energien wie Braunkohle oder Erdgas. Durch die EEG-Umlage wird sichergestellt, dass die Netzbetreiber den sauberen Strom abnehmen und priorisiert ins Stromnetz einspeisen. Dadurch haben Produzenten erneuerbarer Energien die Chance bekommen, auf dem Strommarkt Fuß zu fassen und gegen Strom aus fossilen Energiequel­len antreten zu können. Der Anteil sauberer Energien konnte damit bis heute auf rd. 30% des Gesamtstroms ausgebaut werden. Ziel ist es, diesen Anteil in der Zukunft kontinuierlich weiter auszubauen.

Wie wird die EEG-Umlage berechnet und wie hat sie sich die letzten 10 Jahre entwickelt?

Die EEG-Umlage ist eine variable Größe, d.h. sie ist nicht jedes Jahr gleich hoch. Strom wird über die Strombörse gehandelt, daher unterliegen die Preise den Schwankungen aus Angebot und Nachfrage.

Die im EEG festgelegte Vergütung für grünen Strom liegt fast immer über dem aktuellen Preis an der Strombörse.
Die Differenz zwischen beiden Beträgen wird über die EEG-Umlage ausgeglichen. Die folgenden Faktoren spielen bei der Berechnung der EEG-Umlage für das kommende Jahr jeweils eine Rolle:

  • der prognostizierte Börsen-Strompreis
  • der gesamte Stromverbrauch des vergangenen Jahres
  • die Anzahl neuer EEG-geförderter Anlagen
  • der aktuelle EEG-Kontostand
  • die vorhandene Liquiditätsreserve

Die Liquiditätsreserve wird gebildet, um unerwartet hohe Zahlungen aufzufangen, wie z.B. besonders viel Solarstrom auf Grund eines sehr sonnigen Jahres und auch dafür, die saisonalen Schwankungen auszugleichen. Auf Basis dieser Kennzahlen wird die EEG-Umlage durch die Übertragungsnetzbetreiber festgelegt. Dabei muss die Kalkulation offengelegt werden. Alle Infos dazu finden sich hier.

Entwicklung der EEG-Umlage seit 2010

Wer muss die EEG-Umlage zahlen?

Jeder, der Strom aus dem öffentlichen Netz bezieht, bezahlt für jede verbrauchte Kilowattstunde die EEG-Umlage. Die Umlage ist Teil des Strompreises und die Abrechnung erfolgt direkt über die Stromrechnung. Die EEG-Umlage zahlen also alle Stromverbraucher, ganz egal, wo sie Kunde sind und welchen Tarif sie dort wählen.

Ausnahmen gibt es hier nur sehr wenige:

  • Eigenversorger müssen in der Regel auf den selbst verbrauchten Strom keine EEG-Umlage abführen. Wann das doch der Fall sein kann, regelt der § 61 EEG.
  • Für Unternehmen bestimmter Branchen, die im Rahmen ihrer Wertschöpfung sehr viel Strom verbrauchen, gibt es Sonderregelungen. Übersteigt der Strombedarf 1 GWh/Jahr besteht die Möglichkeit auf Ermäßigung. Diese muss beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden.
  • Schienenbahnen erhalten ebenfalls eine Ermäßigung, wenn pro Jahr mehr als 2 GWh Strom verbraucht werden

Was bedeutet die Anpassung in 2020 für meinen Vertrag?

Nachdem die EEG-Umlage für alle Stromverbraucher gilt, gilt die Erhöhung auch für Sie als Privatverbraucher. Je nach Konstellation kann sich das unterschiedlich auswirken:

  • Sie bleiben bei Ihrem Tarif.
    Bleiben Sie bei Ihrem jetzigen Tarif, kann es sein, dass sich für Sie gar nichts ändert. Zwar ist eprimo berechtigt, Preissteigerungen, die staatlich veranlasst sind und auf die eprimo keinen Einfluss hat, an Sie weiterzugeben. Gerade während einer bestehenden Preisgarantie bemüht sich eprimo aber darum, solche Kostensteigerungen nicht weiterzugeben.
  • Sie schließen einen neuen Tarif ab.
    Wenn Sie 2020 einen neuen Stromvertrag abschließen, werden Sie die gestiegene EEG-Umlage zahlen müssen und daher wahrscheinlich einen leicht höheren Preis haben als das jetzt der Fall ist.
  • Sie haben keine Preisgarantie mehr in Ihrem bestehenden Tarif.
    Gilt für Ihren Tarif keine Preisgarantie mehr, versichert eprimo, dass Ihr Preis stets unter Berücksichtigung von Änderungen bei allen Kostenbestandteilen kalkuliert wird. Die Erhöhung der EEG-Umlage muss also nicht zwingend zu einem höheren Preis führen, wenn andere Kostenbestandteile im gleichen Zeitraum gesunken sein sollten.

Entscheiden Sie sich am besten noch in 2019 für einen Ökostromtarif mit Preisgarantie.

Produkt
PLZ
Geschätzter Jahresverbrauch
kWh
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Wie hoch sind die Mehrkosten?

Auch wenn die EEG-Umlage für viel Aufregung sorgte: Die Preissteigerungen in Euro und Cent sind nicht allzu dramatisch. Für einen durchschnittlichen 3-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh entstehen durch die Erhöhung Mehrkosten von rd. 12 Euro pro Jahr oder 1 Euro pro Monat.

EEG-Umlage: Was passiert mit dem Strompreis in 2020? 3-köpfige Familie | Jahresverbrauch 3.500 kWh | Mehrkosten: 12 Euro/Jahr

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